Hauptaufgabe: Leistbares und sicheres Wohnen!

Versuche in letzter Zeit, geförderte Mietwohnungen durch eine Erweiterung der Kaufoptionen letztlich doch für die Wohnungsspekulation zugängig zu machen, sind vorerst gescheitert. Der Nationalrat wird sich auflösen und damit ist das Thema vertagt. Es ist aber anzunehmen, dass es in der Wahlwerbung der von Immobilienspekulanten wieder einmal großzügig gesponserten Parteien eine prominente Rolle spielen wird.

Leistbares Wohnen ist seit langem, nicht nur für junge Menschen, eines der brennendsten Probleme. Der enorme Zuzug in die Ballungszentren hält seit Jahren unvermindert an und das Angebot von leistbaren Wohnungen kann damit kaum Schritt halten.

Viele deutsche Zeitungen und Politiker blicken dieser Tage auf Wien, denn Wien ist ein Sonderfall. Zwischen 2007 und 2017 drängten 206.000 Menschen neu in die Stadt. Wien hat mittlerweile 1,9 Millionen Einwohner und ist hinter Berlin die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum. Und dennoch bleibt der Mietmarkt im europäischen Vergleich entspannt. Wie funktioniert das? Hier wohnen 62 Prozent der WienerInnen in geförderten Wohnungen. Die Stadt Wien besitzt rund 220.000 Gemeindewohnungen. Hinzu kommen 200.000 gemeinnützige Genossenschaftswohnungen. Die Stadt baut 7.000 Wohnungen im Jahr.

Wien entzieht zwei Drittel der Wohnungen den Immobilien-Spekulanten. Dort sind die Mieten begrenzt und die Verträge unbefristet. Das dämpft auch die Mietpreise am freien Markt! Außerdem hat die Stadt Wien im November 2018 Immobilien-Spekulanten mit einer neuen Bauordnung in die Schranken gewiesen: Zwei Drittel der Flächen sind in Wien für den geförderten Wohnbau reserviert. Für Mieter heißt das: Höchstens fünf Euro Miete pro Quadratmeter, keine Befristungen und keine Provision.

Genauer ansehen sollte man sich aber auch die unterschiedlichen rechtlichen Situationen im Wohnungswesen. Konkreten Anlass: der schreckliche Großbrand in Wien-Simmering. In der Großwohnhausanlage, Eigentumswohnungen, erstbesiedelt 1956, breitete sich ein in einer Dachgeschoßwohnung ausgebrochenes Feuer in kürzester Zeit über hunderte Meter über das ganze Dachgeschoß aus.

Naheliegend die Fragen: Wie sah es mit dem Brandschutz in der Wohnhausanlage aus? Gab es keine automatische Brandmeldeanlage in diesem Wohnkomplex? Erst vor wenigen Jahren wurde generalsaniert, Aufzüge hofseitig eingebaut, etc. Auf einen modernen Brandschutz wurde vergessen, oder war er zu teuer? Die Bauvorschriften aus den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden offensichtlich als ausreichend empfunden. Für eine Modernisierung wäre auch die Zustimmung aller Eigentümer erforderlich gewesen.

Im genossenschaftlich organisierten sozialen Wohnbau sieht das anders aus. Im wesentlich jüngeren Wohnpark Alt-Erlaa haben wir vor 20 Jahren zusätzlich zu den Brandmeldern eine automatische Rauchmeldeanlage installieren lassen: die Mehrheit der MieterInnen wünschte das.

Der Vergleich macht sie sicher!



Kategorien:Politik, WAZ, Wien, Wohnpark Alt-Erlaa

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