Wahlen, ein Medienspektakel?

Seriosität scheint in Vorwahlzeiten in weiten Bereichen der österreichischen Medienlandschaft verloren gegangen zu sein. Im Mittelpunkt stehen Umfrageergebnisse und Prognosen und nicht Wahlprogramme. Lösungsvorschläge zu bestehenden oder voraussehbaren Problemen werden kaum beachtet. Viel wichtiger scheint zu sein, wie sich SpitzenkandidatInnen und mehr oder weniger prominente QuereinsteigerInnen verhalten.

Die MedienberaterInnen der einzelnen Parteien reagieren entsprechend darauf. Programme, soweit überhaupt vorhanden, werden kaum thematisiert. Wenn, dann höchstens die Überschriften als Schlagworte. Interessant ist auch, wie manche Programme heute erstellt werden. Auf die Frage, wann mit einem Wahlprogramm der ÖVP zu rechnen sei, antwortete Wissenschaftsminister Dr. Mahrer im Frühjahr, man werde zuerst österreichweit die Wünsche der Menschen erkunden und dann ein Programm erstellen. Diese intellektuelle Bankrotterklärung wurde als der neue demokratische Stil vorgestellt. Bestandsaufnahme, Analyse, Problemdefinition und anschließende Erarbeitung von Lösungen sind altmodisch? Politik als Wunschkonzert ist der neue Stil?

Andere wahlwerbende Bewegungen sind stolz darauf, kein Programm zu haben. Sie wissen selbst nicht, wofür sie stehen. „Wir haben kein Programm, die KandidatInnen sind unser Programm“ oder „Fragen sie mich nicht, wir müssen zuerst die BürgerInnen befragen“ sind die mehrfach geäußerten Erklärungen. Man kann gespannt sein, wie viel Zustimmung diese Gruppierungen am 15. Oktober erhalten werden.

Es gibt aber die Möglichkeit, interessierten WählerInnen einen Überblick über die Standpunkte der einzelnen Parteien zu geben. wahlkabine.at ist Österreichs erfolgreichste Online-Politikorientierungshilfe. Interessierte UserInnen beantworten per Mausklick 25 Fragen zu aktuellen Themen und können so herausfinden, wie ihre persönlichen Meinungen mit den Standpunkten der Parteien übereinstimmen. Darüber hinaus erhalten sie eine detaillierte Übersicht, wie diese Fragen von den Parteien beantwortet wurden.

wahlkabine.at gibt keine Wahlempfehlung ab, sondern will Interesse wecken, sich mit Politik auseinander zu setzen. Die im Ergebnis aufgezeigten Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Parteien beziehen sich nur auf 25 Fragen aus einem breiteren Spektrum – bei einer Wahlentscheidung gibt es natürlich auch andere Faktoren zu bedenken.

Die Entscheidung, zur Wahl zu gehen und für eine bestimmte Partei zu stimmen, hängt natürlich von mehr Faktoren ab, als wahlkabine.at thematisieren kann und will. wahlkabine.at ist eine Orientierungshilfe, die nicht allein als Basis für eine Wahlentscheidung herangezogen werden soll, aber die zu einer weiteren Auseinandersetzung mit Politik Interesse wecken will.

Vorabdruck aus der WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung, Ausgabe Oktober 2017.

 

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