4. Dezember 2016: Nochmals wählen?

Verständlich, dass nach den Vorkommnissen des heurigen Jahres sich eine gewisse Wahlmüdigkeit einstellte. Nichtmehr hinzugehen, um so die Kandidaten zu bestrafen, bedeutet aber in Wirklichkeit sich selbst zu belügen. Einer der beiden wird Bundespräsident, ob Sie nun hingehen oder nicht. Und wenn wir nicht am Abend des 4. Dezember ähnlich betroffen dastehen wollen, wie die USA – und die Welt! – nach den Präsidentenwahlen am 8. November, dann bleibt nichts übrig als wählen zu gehen. Meine Begeisterung für beide Kandidaten ist enden wollend. Und doch bin ich überzeugt, mithelfen zu müssen um einen der beiden zu verhindern. Ich denke, es gibt sehr, sehr gute Gründe das anzustreben.

„Haben Sie den Mut, auch hinter die Kulissen des Treibens zu sehen, sie werden Erstaunliches entdecken.“ Mit diesen Worten bewirbt Präsidentschaftskandidat Hofer ein von ihm im Jahr 2013 herausgegebenes und vom Brigittenauer FPÖ-Bezirksrat Michael Howanietz geschriebenes Buch.

Was sich in diesem Buch findet? Etwa der entmenschlichende Vergleich von Zuwanderern mit „Wespenlarven, die Maden von innen zerfressen“. Oder das archaische Beharren, dass wir uns über unsere „Stammeszugehörigkeit“ definieren sollten und kurz vor der „biologischen Selbstauslöschung“ stehen. Oder das Beklagen darüber, dass wir „nicht-stammeszugehörige Fremde“ nicht mehr „gesichert an ihrem Äußeren erkennen können“. Oder die Rede vom Mann als eigentliches „Familienoberhaupt, der vom Thron gestoßen wurde“ und sich nach Frauen mit „Brutpflegetrieb“ sehnt. Oder die Befürchtung, Yoga könnte „den Bestand unserer Kultur akut gefährden“, weil die „zwanghafte Suche nach exotischen Reizen ein Indiz der Selbstaufgabe ist“.

Oder ein anderes Gusto Stück, die Sehnsucht der Frau nach dem „ganzen Kerl“: „Die von feministischem Dekonstruktionsehrgeiz zur selbstverwirklichungsverpflichteten Geburtsscheinmutter umdefinierte Frau sehnt sich unverändert nach einem ganzen Kerl, der ihr alle emotionalen und ökonomischen Sicherheiten gibt, die eine junge Mutter braucht, um sich mit weitgehend sorgloser Hingabe dem Nachwuchs zuwenden zu können.“ Da kommt Freude auf am Stammtisch!

Distanziert sich Präsidentschaftskandidat Hofer heute von diesem Weltbild? Mitnichten, vor einem Monat meinte er dazu im PULS4-TV: “Also, man soll jetzt nicht übertreiben und sagen, das ist was ganz Fürchterliches, es ist nicht perfekt. Der Inhalt ist insgesamt in Ordnung“ (https://twitter.com/puls4news/status/783689174134251520).

Haben Sie den Mut, Menschen in Ihrer Umgebung zu informieren. Am 5. Dezember kann es dafür zu spät sein.

Vorabdruck aus der WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung, Ausgabe Dezember 2016



Kategorien:Österreich, Politik, WAZ

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