Sich regen, bringt Segen

Am 13. August 2020 berichteten das MOMENTUM INSTITUT, dass in der Frauenklinik des AKH das Früherkennungsprogramm für hunderte Hochrisiko-Patientinnen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs eingestellt worden sei. Patientinnen wurden nicht einmal vom Ende ihrer nötigen Kontrolluntersuchungen unterrichtet. Auf dem Tonband der Frauenklinik hieß es dazu lediglich: „Leider können wir das Früherkennungsprogramm für Frauen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs nicht mehr anbieten. Bitte führen Sie die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen über den niedergelassenen Facharzt durch.“ Einige der betroffenen Frauen wollten das nicht still akzeptieren und wandten sich an die Öffentlichkeit.

Am 14. August erklärte Gabriela Kornek, die ärztliche Leiterin des AKH, das Tonband sei ohne Abstimmung mit der ärztlichen Direktion aufgenommen worden. Kornek weiter: „Das Programm wurde nicht eingestellt, es handelt sich um eine falsche Information.“ Unbestritten ist, dass es bereits seit einiger Zeit zumindest zu einer Unterbrechung kam. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, das soll auf der für das Programm zuständigen Universitätsklinik geklärt werden.

Die Lehre für uns aus dem Vorfall: Wenn betroffene Frauen sich nicht an das MOMENTUM INSTITUT, und damit an die Öffentlichkeit, gewandt hätten, wäre das Programm höchstwahrscheinlich auch heute noch eingestellt und die zuständige ärztliche Leitung wüsste nicht einmal was sich in ihrem Haus so abspielt. „Sich regen, bringt Segen“, bestätigte sich also wieder einmal.

Die Konsequenz für unsere Anstrengungen im Gesundheitsbereich um die endliche Errichtung der Primärversorgungseinheit in Alterlaa und der Wiesenstadt: Wir dürfen nicht ruhig bleiben! Seit mehr als 3 Jahren bemüht man sich kontinuierlich und die Ergebnisse sind bisher nur zustimmende wohlwollende Willenserklärungen aber keine konkreten Handlungen! Wenn es jetzt in Vorwahlzeiten in Wien, also vor dem 11. Oktober, nicht gelingt hier endlich Schritte, vor allem in der entscheidenden Finanzierungsfrage, zu setzen, dann sieht es traurig aus. Hoffentlich nicht für die kommenden 5 Jahre! Ich kann mir gut vorstellen, dass dies für viele auch zu einer wahlentscheidenden Frage wird.

Das Sprichwort ist übrigens ein geflügeltes Wort aus einem Kurzgedicht von Friedrich Rückert: „Sich regen, bringt Segen. Ein Hund, der sich regt, jagt mehr als ein Löwe, der sich legt.“ (Aus Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenland, Band 2, Berlin 1838, S. 107)

Vorabdruck aus der WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung, Ausgabe 8/9 2020



Kategorien:Gesundheit, Politik, WAZ, Wien, Wohnpark Alt-Erlaa

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