Primärversorgungseinheit Alt-Erlaa: Ablehnungsgründe der Ärztekammer fadenscheinig!

Der Wunsch der lokalen Bevölkerung nach einer Sicherstellung und Verbesserung der ärztlichen Versorgung sind nicht neu, ins besonders auch im Hinblick auf den Zuzug in die neu errichteten Wohnhausanlagen im Bereich „In der Wiesen“. Daher ist seit Jahren(!) im „Regionalen Strukturplan Gesundheit Wien – ambulante Versorgung“ eine PVE „In der Wiesen + Wohnpark Alt-Erlaa“ vorgesehen. Diese sollte ursprünglich bis 2021 errichtet sein!

Doch nichts geschah! Wir bildeten daher die „Bürgerinitiative Primärversorgungseinheit Alt-Erlaa – für eine bürgernahe Gesundheitsversorgung“. Die lokale Politik reagierte prompt! Einstimmig unterstützte der Liesinger Bezirksrat die Initiative und am 26. Juni 2020 konnte die Stadt Wien mit der Ärztekammer für Wien und der Österreichischen Gesundheitskasse fix die Errichtung von nunmehr 36 PVEs in Wien paktieren.

Da wieder keine ernstzunehmenden Aktivitäten der zuständigen Körperschaften erkennbar waren, leistete die Bürgerinitiative, unterstützt durch den Liesinger Bezirksvorsteher Gerald Bischof und die Wohnpark Alt-Erlaa AG, unentgeltlich(!) die gesamten Vorarbeiten für die Errichtung einer PVE. Wir haben, was laut Ärztekammer angeblich so schwer sei, drei Ärzt*innen gefunden. Es wurde ein erstes medizinisches Kurzkonzept erarbeitet und eingereicht. Geeignete Räumlichkeiten stehen im Kaufpark Alterlaa zur Verfügung, deren verkehrsmäßig ausgezeichnete Lage wohl nicht extra betont werden muss. Sowohl die Wiener Ärztekammer als auch die Österreichische Gesundheitskasse bestätigten, dass alles professionell und richtig gemacht wurde!

Und trotzdem wurde die Errichtung einer PVE in der Anton Baumgartner-Straße 44 abgelehnt! Begründung der Wiener Ärztekammer: Es gibt in anderen Bereichen Wiens einen noch größeren Bedarf. Die Gesundheitskasse ließ uns bei einer Besprechung, gemeinsam mit unseren Ärzt*innen, am 19. August 2021 wissen, dass man, da die Ablehnung der Ärztekammer bekannt sei, keine weiteren Aktionen setzten werde – zur Vermeidung von „unnützer Arbeit“. Man empfahl, ebenso wie die Ärztekammer, einen anderen Standort zu suchen, was wohl nicht die Aufgabe einer lokalen Bürgerinitiative sein kann!

Nun ist also die Politik wieder am Zug. Wenn die einseitige Blockade durch die Ärztekammer nicht schnellstens beendet wird, sollte die Ärztekammer nie wieder mit dem Spruch, sie seien die ersten Vertreter der Patienten, hausieren gehen. Für uns als Patienten stellt sich das vielmehr so dar, dass sie nicht einmal die Interessen junger, arbeitswilliger Ärzt*innen wahrnehmen, oder im 2020-2021-Politiksprech: Die gehören wohl noch nicht zur „Familie“.

[Vorabdruck aus der
WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung
Ausgabe Oktober 2021]



Kategorien:Gesundheit, Politik, WAZ, Wien, Wohnpark Alt-Erlaa

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