Journalisten neigen sehr oft zu zum Teil maßlosen Übertreibungen. So gesehen sollte man auch bei der Klassifizierung der Umstellungen im Energiebereich im Wohnpark Alt-Erlaa vorsichtig sein. Andererseits, wie kann man den angestrebten Ausstieg aus einem von Menschen seit Jahrtausenden fast ausschließlich praktizierten Wärmegewinn durch Verbrennung wertvoller Rohstoffe und Umstieg auf eine Verwendung von vorwiegend erneuerbaren Energieformen größenmäßig einordnen? Weiters: ist es damit getan „Gas raus“ und „Erdwärme rein“ als professionelle Lösung zu akzeptieren? Sollte bei dieser Gelegenheit nicht gleich auch die Adaptierung eines schließlich vor einem Halben Jahrhundert konzipierten und errichteten Baus erfolgen, um neuen Erkenntnissen im Wohnungsbau und Energiebereich gerecht zu werden?
Bei der Wohnpark Alt-Erlaa AG gibt man sich mit Teillösungen nicht zufrieden. Außerdem kommt uns die Herangehensweise unseres Großaktionärs GESIBA zugute: der Dimension der Aufgabenstellung entsprechend hat man in der GESIBA daher im heurigen Frühjahr eine eigene Abteilung Dekarbonisierung (DEKA) gegründet. In „Fairliving“, dem GESIBA-Magazin 03/2024 wurde ausführlich darüber berichtet. „Es geht nicht nur darum, die technisch beste Lösung zu finden. Wir betrachten jede Sanierungslösung gesamtheitlich und berücksichtigen auch menschliche und soziale Aspekte“ definiert Andreas Hiesleitner, der Leiter der neuen Abteilung DEKA, als Aufgabenstellung.
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: wichtig ist bei diesem Prozess die kontinuierliche Information der Bewohnerinnen und Bewohner. Schließlich findet die gesamte Umstellung in einem bewohnten Objekt statt! Die WAZ hat daher mit der AEAG vereinbart dieser Anforderung durch die regelmäßige Publikation von möglichst allgemeinverständlichen Berichten zu den einzelnen Teilbereichen gerecht zu werden. In dieser Ausgabe gibt es daher dazu wieder zwei Beiträge zu einer effizienteren Wärmeversorgung. Dazu sind auch Arbeiten in jeder einzelnen Wohnung notwendig.
Der Komplexität der Aufgabenstellung entsprechend ist eine umfangreiche und professionelle Planung nötig. Bei aller Professionalität sollte man sich aber bewusst sein, dass es Grenzen gibt. Um konkret zu werden: zu erwarten, dass man im Frühjahr einem Kälteeinbruch von Jahrhundertdimension in der ersten Septemberhälfte vorhersehen kann, ist ganz sicher überzogen. Dass wir das gerade heuer erleben mussten, ist natürlich unerfreulich. Auf der anderen Seite: ich habe in meiner Jugend, und die liegt schon an die 80 Jahre zurück, gelernt, dass man bei solchen Gelegenheiten auch schon im September sich einmal eine Weste anziehen darf.
[Vorabdruck aus der
WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung
Ausgabe November 2024]
Kategorien:Umwelt, WAZ, Wohnpark Alt-Erlaa
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