Basisdemokratie ohne Kommunikation?

Die am 31. August 2023 abgehaltene jährliche Hauptversammlung der Aktionär:innen der AEAG (Wohnpark Alt-Erlaa AG) war gut besucht. Die zu behandelnden Tagesordnungspunkte wurden mit der nun schon gewohnten Professionalität erledigt. Wie bereits seit Jahrzehnten üblich, konnte die Abstimmung über die Höhe der Entschädigung für die Aufsichtsräte entfallen: diese hatten wieder einmal beschlossen auf eine Entschädigung zu verzichten. Das sollte nicht unerwähnt bleiben!

Bemerkenswert viele Fragen an den Vorstand hätten allerdings besser in eine Mieterversammlung gehört. Mag. Wolfgang Müller, MBA, der Vorsitzende des Aufsichtsrates statutengemäß auch Vorsitzender der Hauptversammlung, würdigte in souveräner Weise das Informationsbedürfnis der Mieter:innen und die AEAG-Vorstandsmitglieder beantwortete die gestellten Fragen und notierte ebenso die vorgebrachten Anregungen.

Mehr als bedenklich ist aber, dass nun die Mieter:innen nur mehr einmal im Jahr Gelegenheit bekommen Fragen zu stellen und Anregungen vorzubringen. In der Vergangenheit sah der Mieterbeirat als Gesprächspartner der Betriebsleitung, der Hausverwaltung und des Vorstands den regelmäßigen Kontakt mit den Mieter:innen als eine seiner hervorragendsten Funktionen. Regelmäßig Sprechstunden in der Kaufpark-Mall, jeweils am Samstag vor dem am darauffolgenden Montag tagenden Mieterbeirat, waren über Jahrzehnte bis vor wenigen Jahre der Kommunikationsstandard im Wohnpark. Ebenso gab es nach jeder Sitzung des Mieterbeirates einen Bericht, anfangs in der Form des Protokolls, in jedem Stiegen-Schaukasten ausgehängt, später als Newsletter, auch elektronisch beziehbar. Der letzte Newsletter, auch auf der Homepage des Mieterbeirats vorhanden, erschien am 18. Dezember 2021. Die letzte Sprechstundenankündigung auf der Homepage erfolgte für den 10. Oktober 2020. Die Arbeitsgruppe Energie kündigt an, dass ein Termin bekannt gegeben wird – für mich fällt das in den Bereich Realsatire.

Vor wenigen Tagen erhielt ich von einer Mieterin folgende E-Mail:

„Ich ersuchte den zuständigen Herrn im Mieterbeirat für Belange behinderter Mieter um die Kleinigkeit, in allen Duschkabinen des Hallenbades eine Haltestange montieren zu lassen. Diese eine, damit bestückte, ist bevorzugt frequentiert. Per e-mail wurde ich an die Information verwiesen, also scheine ich den Mieterbeirat über Gebühr zu beschäftigen – Sie behandeln das Thema „Fahrräder“ – doch das Problem „Scooter“ wird aktuell, in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es dies bereits.“

Ich habe mir erlaubt diese E-Mail an den Mieterbeirat weiterzuleiten.



Kategorien:Politik, WAZ, Wohnpark Alt-Erlaa

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