Fast vier Monate dauerte im Sommer 2022 die Überflutung in Pakistan an. Mitte Juni setzten dort extreme Monsun-Regen ein. Die drastischen Überschwemmungen, Erdrutsche und Sturzfluten haben zu einer humanitären Katastrophe geführt. Zeitweise war ein Drittel des Landes überflutet, insgesamt rund 33 Millionen Menschen waren von der Flutkatastrophe betroffen – mehr als zwei Drittel davon Frauen und Kinder! Damit waren mehr Menschen von der Naturkatastrophe akut betroffen, als etwa Australien Einwohnende hat. Nach Angaben der pakistanischen Regierung machten die Fluten und ihre Folgen bis Anfang Oktober fast acht Millionen Menschen heimatlos!
Als eine wesentliche Ursache für die Flutkatastrophe gilt Expertinnen und Experten zufolge der Klimawandel, der solche Extremwetterereignisse begünstigt. Pakistan zählt laut Weltklimarat zu den Staaten, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Es ist aber nicht das einzige Land.
Es kann daher nicht wirklich überraschen, wenn immer mehr junge Menschen auch hier zu Lande ernsthaft sich Gedanken um ihre Zukunft machen. Über ihre Protestformen kann man unterschiedlicher Meinung sein, sie sollten aber nicht vom eigentlichen Problem ablenken. Und das scheint mir eigentlich noch immer nicht vollständig erkannt zu sein.
Man will uns glauben machen, dass ein Reduzierung des Temperaturanstiegs auf 1,5° bis zum Ende des Jahrhunderts die Lösung aller Problem sei. Denken in Zusammenhängen ist zugegebenermaßen kein deklariertes Ziel in unserem Bildungssystem.
Versuchen wir es mit etwas Logik: wenn die derzeitige bereits erfolgte Erderwärmung Katastrophen wie die beschriebene verursachen, was soll dann bei einer weiteren Erwärmung, und wenn es auch nur die angestrebten 1,5° sind, besser werden? Millionen Menschen, heimatlos geworden, werden sicher nicht auf die nächsten Katastrophen warten und sich auf den Weg machen. Schon kleinere Klimawandel haben in der Vergangenheit größere Völkerwanderungen ausgelöst. Das wird auch in Zukunft nicht anders sein.
Das sollte uns zu denken geben. Die „vorausschauenden“ Handlungen der derzeitig hierzulande herrschenden Politikerkaste sind eher zum Schämen geeignet. Im August 2022, am Höhepunkt der Katastrophe auf dem indischen Subkontinent, war der österreichische Innenminister hauptsächlich damit beschäftig, Rückführungsabkommen mit Indien auszuhandeln. Vielleicht ist das seine Art aus der Geschichte zu lernen. Vielleicht glaubt er, dass der weströmische Innensenator rechtzeitig mit den Westgoten ein Rückkehrabkommen hätte schließen sollen und so das Römische Imperium vor dem Untergang zu retten gewesen wäre.
WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung
Ausgabe Mai 2023
Kategorien:WAZ
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