„Österreich ist das Autoland schlechthin“, meinte Bundeskanzler Karl Nehammer mit Blick auf die Branche in seiner Rede zur Zukunft der Nation am 13. März 2023, und „auch ich werde mich dagegen aussprechen, den Verbrennungsmotor zu verbannen“. Man müsse der „Untergangsapokalypse entgegentreten“ war sein eindringlicher Aufruf.
Entsetzt war ich daher, als mir kürzlich eine Hochglanzbroschüre in die Hand fiel, in der Untergangsszenarien wieder beschworen wurden. Von einem „Ende des geordneten Zusammenlebens, sprich der Zivilisation“ auf Seite 12 war die Rede, oder mindestens ebenso bedrohlich der folgende Hinweis: „Das enge Zeitfenster bedeutet, dass die notwendigen Reduktionen mit jetzt schon verfügbaren Technologien erzielt werden müssen. Beachtet man dabei auch die Knappheit der Ressourcen – unter anderem von Fläche und seltenen Erden – so muss man davon ausgehen, dass z.B. der Flugverkehr praktisch zum Erliegen kommt, dass individuelle Mobilität vorwiegend zu Fuß oder mit Rad stattfindet, Personenkraftwagen nur mehr ausborgt, nicht besessen werden, aber der öffentliche Verkehr attraktiv ausgebaut ist.“ Und weiters: „Die Produktion und das Wirtschaftsvolumen werden schrumpfen, das Finanzsystem, das nicht auf eine schrumpfende Wirtschaft aufgestellt ist, wird neu aufgestellt werden müssen. All diese Veränderungen bedeuten Wohlstandsverlust, können aber, wenn gut und im Diskurs mit der Bevölkerung umgesetzt, gleichzeitig die Lebensqualität deutlich anheben.“(Seiten 12f).
Um einschätzen zu können, wie ernst zu nehmen diese Szenarien sind, schaut man daher auf den Titel der Zeitschrift und natürlich auch darauf, welch sinistre Kreise sich da outen. Der Titel der Zeitschrift: verteidigungspolitik.at – Klimakrise und die Rolle der Streitkräfte. Impressum: Amtliche Publikation der Republik Österreich, Bundesministerium für Landesverteidigung. Druck: Heeresdruckzentrum, 1030 Wien (22-02134). Erscheinungsjahr: 2022.
Natürlich wird auch nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass die einzelnen Beiträge die persönlichen Einschätzungen der Autor:innen wiedergeben und nicht notwendigerweise die Positionen des Bundesministeriums. Meine Frage dazu: Wollte man der Autorin Em. Univ.-Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb, sie leitete das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit (BOKU) und ist in der Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich und beim Projekt UniNEtZ aktive, nur eine Spielwiese bieten oder wäre es Zeit, endlich zu beginnen unsere Wissenschafter:innen wieder ernst zu nehmen? Die „Letzte Generation“ möchte das auch gerne wissen.
WAZ – Wohnpark Alterlaa Zeitung
Ausgabe Juni/Juli 2023
Kategorien:Österreich, Umwelt, WAZ
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