Bürgernahe Gesundheitsversorgung in Alterlaa

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie, wie sich die derzeitige Situation durch den Coronavirus darstellt, macht sich jeder zu Recht Gedanken über eine möglichst wohnortnahe gut funktionierende Gesundheitsversorgung. Es entsteht der Wunsch, von seinem Hausarzt oder seiner Hausärztin möglichst rasch behandelt zu werden, dabei keine langen Wege zurücklegen zu müssen und auch frühmorgens und spätnachmittags eine offene Ordination vorzufinden. Ist der eigene Arzt einmal nicht da, wünscht man sich, dass sich die Vertretung sofort auskennt, auf Patientendaten zugreifen kann und dem Hausarzt eine Rückmeldung zur weiteren Behandlung gibt. Braucht man aufgrund von Diabetes oder einer psychischen Erkrankung Hilfestellung, kann diese am selben Ort durch eine Diätologin bzw. eine Psychotherapeutin erfolgen. Zusätzliche Betreuungsangebote recherchiert die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, die auch gleich Termine vereinbart.

Soweit der Wunschgedanke – und man darf ja auch noch träumen. Eine Pensionierungswelle der Hausärzte in den nächsten 10 Jahren und die zunehmend überfüllten Spitalsambulanzen könnten zukünftig zu medizinischen Versorgungslücken führen. Die geplanten Primärversorgungseinrichtungen (PVE) sollten dieses Problem lösen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Einerseits macht die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) nicht nur Negativ-Schlagzeilen in Richtung finanziellem Defizit in Milliardenhöhe, sondern empfiehlt, dem drohenden Versorgungsengpass im niedergelassenen medizinischen Bereich durch eine Behandlung in Spitalsambulanzen entgegenzuwirken. Das spart zwar der ÖGK Geld, kann aber nicht im Sinne der PatientInnen sein.

Andererseits häufen sich in letzter Zeit vermehrt auch Pressemeldungen von Politikern und ärztlichen Standesvertretern, dass es notwendig sei, durch die Errichtung von PVEs diesem Versorgungsengpass rasch entgegenzuwirken. Konkret gibt es in Wien derzeit 3, geplant sind aber 36 Zentren.

Wir haben uns schon länger fachlich und politisch mit dieser Materie beschäftigen und unzählige Gespräche mit Politikern, Ärzten und Gesundheitsexperten geführten. Gemeinsam sind wir zu der Ansicht gekommen, dass eine Umsetzung zeitnah nicht möglich scheint. Auch konkrete Vorhaben wie im Falle der Errichtung einer PVE in Alterlaa können nicht realisiert werden, weil es an den Grundvoraussetzungen wie Kassenverträge und Anstoßfinanzierung für Ordinationsgründung fehlt.

Da es viele MitbewohnerInnen in Alterlaa gibt, die aktiv sind und sich die Umsetzung dieses Vorhabens möglichst rasch wünschen, wurde die Idee geboren, das Thema auf Bürgerseite voranzutreiben.

Es wurde daher die Plattform „Bürgernahe Gesundheitsversorgung in Alterlaa“ gegründet, die wir Ihnen hiermit vorstellen möchten.

1. Warum bildet sich eine Plattform für eine PVE?

Die BewohnerInnen nehmen das Thema selbst in die Hand.

  • Im Bereich Wohnpark Alterlaa/Wiesenstadt fehlen 3 zusätzliche Kassenstellen für Allgemeinmedizin (2018: Regionaler Strukturplan Gesundheit Wien 2025/2030 – ambulante Versorgung. Wissenschaftliche Grundlage, Wien – Birner, Andreas; Wachabauer, David; Paretta, Petra; Fülöp, Gerhard)
  • Bezirksvorsteher, Gesundheitsstadtrat und Ärztevertreter haben angekündigt, dass sie die Einrichtung von PVE unterstützen. Es geht aber nichts weiter. Andere Themen wie die Corona Krise dominieren.
  • Die Nachfrage der BürgerInnen nach einer PVE ist groß.

Daher wollen wir das Thema gemeinsam mit den BürgerInnen vorantreiben. Alle BewohnerInnen sollen laufend informiert werden und in der Plattform mitwirken können.

2. Welche Vorteile haben die Menschen durch eine PVE?

  • 3 AllgemeinmedizinerInnen und nichtärztliches Gesundheitspersonal arbeiten zusammen.
  • Ausbau der Kassenstellen für Allgemeinmedizin im Bereich Wohnpark Alterlaa/Wiesenstadt. Die bestehenden Kassenstellen bleiben erhalten.
  • Die PVE hat 52 Wochen pro Jahr geöffnet. Es gibt keine Urlaubsschließungen. Die Öffnungszeiten sind so lange, dass auch Berufstätige versorgt werden können.

Daher bietet eine PVE wesentliche Vorteile für alle BewohnerInnen. Die bestehenden HausärztInnen bleiben erhalten. Drei neue Arztstellen sollen dazukommen.

3. Warum sollte eine PVE ihren Standort im Kaufpark Alterlaa haben?

  • Der Kaufpark Alterlaa ist die ideale Location durch seine Bekanntheit.
  • Es besteht ein umfassendes Angebot von FachärztInnen und anderen nichtärztlichen Dienstleistungen (z.B. Physikalisches Institut, Apotheke).
  • Im Kaufpark bestehen ideale Räumlichkeiten. Er ist barrierefrei zugänglich, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und bietet eine Parkgarage.

Daher sollte eine PVE im Kaufpark Alterlaa eingerichtet werden.

4. Was fehlt für die Gründung einer PVE?

  • 3 ÄrztInnen und nichtärztliches Personal werden durch die Plattform gesucht (Mag.a Bautzmann ist in Gesprächen).
  • Die Stadt Wien muss finanzielle Mittel für eine Anschubfinanzierung und für das Management der PVE dotieren. Andere Bundesländer tun das erfolgreich.
  • ●        Die Gesundheitskasse muss die Kassenverträge abschließen.

Daher ist rasches Handeln notwendig.

Prof. Dr. Helmut Holzinger, Helmut.Holzinger23@gmx.at
Mag.a Alexandra Bautzmann, a.bautzmann@utanet.at
Wilhelm Andel, wilhelm@andel.at
Facebook: PVE Alterlaa

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