Zur Klimadiskussion

Die zukünftige Klimaentwicklung spielte in der soeben zu Ende gegangenen Wahlauseinandersetzung eine nicht unwesentliche Rolle. Bedauerlicherweise liefen die Diskussionen aber auf einem beschämend niedrigen Niveau ab, sehr oft verwechselte man sogar Klima und Wetter. Die Reduktion auf die Frage: „Sind Sie für oder gegen eine CO2-Steuer?“ in den TV-Diskussionen war wieder einmal einer der Höhepunkte journalistischer Formulierungskunst.

Hier ist nicht der Platz, um fehlendes Wissen vollständig zu vermitteln. In Erinnerung sollte aber gerufen werden, dass der Energieeintrag der Sonne in den letzten 1000 Jahren variierte (2 bis 3 W/m²), dass größere Vulkanausbrüche mit der einhergehenden Verschmutzung eine abkühlende Wirkung, ebenfalls in der Größenordnung von einigen W/m² haben, und die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre (FCKW, CO2, etc.) ebenso die Entwicklung beeinflusst. Der Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 führte z.B. zu einer mehrjährigen Abkühlung der Atmosphäre mit der landwirtschaftlichen Folge, dass in Nordeuropa Hungersnöte ausbrachen – die große Emigrationswelle aus Irland in die U.S.A. war eine der Folgen.

In unseren Breiten ging die letzte Zwischeneiszeit um 1850 zu Ende. Seither sind die Gletscher in den Alpen, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und unterbrochen von einzelnen geringeren Vorstößen, auf dem Rückzug. Wer sich einmal damit näher beschäftigen, und gleichzeitig einen grandiosen Urlaub in Österreichs Bergwelt erleben will, dem sei das Stubachtal im Salzburger Oberpinzgau empfohlen. Der österreichische „Gletscherforschungspapst“ Prof. Heinz Slupetzky hat dort vor Jahren mehrere Gletscherlehrpfade angelegt (Naturpark Hohe Tauern).

Wesentlich scheint, dass die Politik baldigst zu seriösen, wissenschaftlich fundierten Lösungen kommt. Die derzeitig feststellbare enorme Geschwindigkeit der Klimaentwicklung, für die wir in der Erdgeschichte keine vergleichbaren Zeiträume kennen, erlaubt keine andere Herangehensweise. Politische Idiotien wie der 140-km/h-Versuch dürfen sich nicht wiederholen, da gibt es kein „schau ma mal“! Für Vertreter solchen Schwachsinns darf in einer kommenden Regierung auch kein Platz sein.

Unsere Jugend erinnert gerade mit bewundernswertem Einsatz, dass gerade ihre Zukunft verspielt wird. Greta Thunberg verlangt doch nur, dass endlich auf die Wissenschaft gehört wird – UNITE BEHIND THE SCIENCE. Das ist doch nicht zu viel verlangt. Und einigen Politikern, nicht nur in Österreich, fällt zu den Freitag-Schulstreiks bisher nur die Frage „dürfens denn das?“ ein!



Kategorien:Umwelt, WAZ

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